4 Trends des Handelsriesen Amazon

Was 1995 als Buchhandel begann, hat sich heute zu einem E-Commerce Giganten entwickelt: Amazon. Doch Amazon ist noch längst nicht an seine Grenzen gestoßen. Der Händler bietet seinen Kunden quasi alles an, was man braucht. Die neuesten Trends & Entwicklungen haben wir für euch zusammengetragen.

Ausgewählte Produkte nur noch an Prime Mitglieder

Amazon bietet mit seinem Prime Abo vieles: Für 49€ im Jahr können Nutzer Filme und Serien zu jeder Zeit ansehen, die zum Teil sogar eigenproduziert sind, Musik rund um die Uhr streamen, den exklusiven Lieferservice des E-Commerce Riesen nutzen, die Kindle Leihbücherei verwenden und den unbegrenzten Speicher einer Cloud ausschöpfen. Auch Essen über Amazon zu bestellen ist in ausgewählten Restaurants in Amerika mittlerweile schon möglich.

Die neueste Idee von Amazon zeigt, wie stark der Handelsriese sich noch ausweiten will. Manche Produkte werden nur noch an Amazon Prime Kunden verkauft. Angezeigt werden diese jedem möglichen Käufer auf Amazon. Jedoch erhalten Nicht-Prime-Mitglieder folgende Nachricht, wenn sie den Artikel in den Warenkorb legen möchten: „Dieser von Amazon.de verkaufte Artikel ist derzeit ausschließlich für Prime-Mitglieder reserviert.“

Natürlich erhält der potenzielle Prime-Kunde in diesem Pop-up interessante Vorteile über eine Prime-Mitgliedschaft angezeigt. Die Mitgliedschaft kann auch sofort über einen weiteren Link abgeschlossen werden. Dadurch, dass die Produkte auch Nicht-Prime-Mitgliedern angezeigt werden, versucht Amazon seinen Prime-Dienst attraktiver zu präsentieren. Es könnte aber von Nicht-Mitgliedern auch als Druckmittel gesehen werden, sich dem Kundenbindungsprogramm schnellstmöglich anschließen zu müssen.

Der Verkauf über Marketplace Anbieter ist davon nicht betroffen. Hier können Nicht-Prime-Mitglieder auch weiterhin noch alle Produkte erwerben.

Amazon Prime Mitgliedschaft

Höherer Mindestbestellwert

Eine weitere Veränderung, die ebenso positive Auswirkungen auf den Anstieg der Prime-Mitgliedschaften haben könnte, ist die Erhöhung des Mindestbestellwertes.

Diese Änderung betrifft momentan lediglich den amerikanischen Raum. Amazon hat hier den Mindestbestellwert für kostenlose Lieferungen von 35 US-Dollar auf 49 US-Dollar erhöht. Einzige Ausnahme ist, wenn sich Bücher im Wert von 25 US-Dollar im Warenkorb befinden. Dann wird auch eine Gratislieferung möglich.

Folgende Auswirkungen sind diesbezüglich zu erwarten: Damit lockt der E-Commerce Gigant die Nicht-Prime-Kunden, da die Jahresgebühr für die Amazon Prime-Mitgliedschaft bei nur 99 US-Dollar im Jahr liegt. Das könnte viele dazu bewegen sich dem Abo-Programm anzuschließen. Aber auch auf den Warenkorb kann es für Amazon positiven Einfluss haben. Viele Nutzer werden ihren Warenkorb nun wahrscheinlich preislich erhöhen, damit der neue Mindestbestellwert für eine kostenlose Lieferung erreicht wird.

Ob eine Erhöhung des Mindestbestellwertes auch in Deutschland zu erwarten ist, kann nicht beantwortet werden. Amazon äußert sich bisher noch nicht über die Erhöhung in den USA. Als solch eine Erhöhung im Jahr 2013 in den USA statt fand, gab es 2014 ebenfalls eine Erhöhung in Deutschland. Bis dahin müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

Amazon Fresh

Seit Anfang März ist in England das erste Projekt mit frischen Lebensmitteln in England gestartet. Seit längerem bietet Amazon bereits haltbare Produkte im Sortiment an. Doch jetzt sind in England auch frische und verderbliche Lebensmittel hinzugekommen. Amazon ist dafür eine Kooperation mit dem britischen Supermarkt Morrisons eingegangen. Per Mausklick kann jetzt von Gemüse über Fisch und Fleisch alles eingekauft werden.

Eine Lieferung wird innerhalb einer Stunde versprochen, damit die Garantie der frischen Ware auch gewährleistet werden kann. Der Fuhrpark und das Personal wird von Morrisons gestellt.

Ob diese Kooperation wirklich schon unter die Rubrik Amazon Fresh fällt, ist nicht ganz klar. Die Idee hinter Amazon Fresh ist, dass Amazon selber Produkte aus dem Großhandel einkauft und diese eigenständig vertreibt. Dadurch, dass Morrisons als Kooperationspartner diese Hauptaufgabe übernimmt, lässt sich noch nicht vollends von Amazon Fresh sprechen. Es wird eher als Vorstufe gesehen.

Viele Experten sehen diese Kooperation eher als Testphase und haben bedenken, dass diese Kooperation langfristig ist. Amazon kann durch die Supermarktkette den Markt gut analysieren um dann mit Amazon Fresh alleine in den Markt einsteigen. Amazon ist schließlich ein Händler, der lieber alleine im international Markt antritt und besteht.

Ob und was in Deutschland geplant ist, bleibt seitens Amazon natürlich weiterhin geheim bzw. wird nicht kommentiert. Jedoch kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die größeren Städte bald auf Amazon Fresh treffen werden.

Amazon Fresh Fuhrpark

Video on demand

Amazon scheint gerade mit einem weiteren Finanzmodell für Video-Streaming zu experimentieren. Neben Amazon Prime gibt es jetzt eine weitere Variante das Programm von Filmen und Videos nutzen zu können. Gestartet ist das Modell mit der Serie „The Fashion Fund“. User können sich die Serie kostenlos ansehen, da Amazon zwischendurch Werbung schaltet. Die 10 Folgen werden außerhalb des Amazon Prime Angebotes veröffentlicht.

Amazon hat jedoch bestätigt, dass dieses Modell eine Testphase ist, um zu sehen ob es sich für Eigenproduktionen rechnen würde. Das Angebot von Amazon Prime soll von der Werbeidee aber ausgeschlossen und damit werbefrei bleiben.

Ist die Testphase erfolgreich, so wird Amazon höchst wahrscheinlich zukünftig einen weiteren werbefinanzierten Dienst anbieten.

Amazon Finanzierungsmodell

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