Catch me if you can – Welcher Social Media Kanal eignet sich für meine Zielgruppe?

Facebook kennen wir alle – aber wofür sind die ganzen anderen Social Media Kanäle eigentlich? Und welche Zielgruppe finde ich dort vor? Wir haben eine Übersicht der wichtigsten Kanäle zusammengestellt.

Facebook:

Facebook ist der aktuell größte Social Media Kanal. Mittlerweile handelt es sich bei Facebook schon gar nicht mehr „nur“ um ein soziales Netzwerk, sondern auch u.a. um eine Werbeplattform, einen Live-Video Dienst und einen Messenger.

Nutzerzahl weltweit: 1,56 Milliarden

Tägliche Nutzer: User verweilen täglich 20+ Minuten auf Facebook

Anteil Mobile Nutzung: 93%

Nutzerzahl Deutschland: 27 Mio.

Hauptzielgruppe: 20 – 29 Jährige (32%), 30 – 39 Jährige (23%), unwesentlich mehr männliche User (52% männlich, 48% weiblich)

Anzahl Nutzer Facebook Messenger: 800 Mio. (weltweit)

Weitere Infos: 91% der Millenials benutzen Facebook

=> Facebook ist und bleibt das führende soziale Netzwerk – sowohl weltweit als auch in Deutschland. Möchte ich eine große Masse ansprechen, bin ich hier genau richtig. Mittlerweile ist der Altersdurchschnitt auch nicht mehr so gering wie bei anderen Netzwerken, d.h. ich kann via Facebook auch eine ältere Zielgruppe erreichen.

 

Instagram:

Instagram ist eine Foto- & Video-Sharing Plattform, die 2012 von Facebook übernommen wurde. User können Fotos mithilfe diverser Filter und Funktionen bearbeiten und darüber hinaus Videos einstellen. Ursprünglich lag die maximale Länge eines Videos bei 15 Sekunden, wurde kürzlich aber auf 60 Skunden erweitert.

Nutzerzahl weltweit: 400 Mio.

Nutzerzahl Deutschland: 9 Mio.

Bilder pro Tag: 80 Mio.

Hauptzielgruppe Dtld.: 13-19 Jährige (36%), 20-24 Jährige (26%), 25-29 Jährige (15%), leicht mehr Frauen 53% als Männer 47%

Weitere Infos: Hauptsächlich mobile Nutzung, Desktopnutzung nur eingeschränkt

=> Instagram hat sich zu einem sehr beliebten Social Media Kanal entwickelt. Mittlerweile tummeln sich hier nicht mehr nur noch amerikanische Rich Kids, die mit ihren Fotos der Welt zeigen wollen, welche teuren Dinge sie besitzen. Vor allem durch die Einführung von Ads ist Instagram auch für Marketer noch interessanter geworden. Nach wie vor bewegt sich hier eine junge Zielgruppe.

 

Periscope:

Periscope ist eine Live-Streaming App, die zum Kurznachrichtendienst Twitter gehört. Hier können User live Videos streamen und so mit ihren Followern kommunizieren.

Nutzerzahl weltweit: 10 Mio.

Tägliche Nutzung: 350.000 Stunden Videomaterial werden täglich gestreamt

Hauptzielgruppe: 25-34 Jährige (49%), 16-24 Jährige (32%), 35-44 Jährige (14%)

Weitere Infos: 15% der Marken, die auf Twitter unterwegs sind, benutzen auch Periscope

=> Der Live-Video Streaming-Dienst macht derzeit harte Zeiten durch. Grund dafür ist die Neueinführung von „Facebook Live“, einem ähnlich aufgebauten Konzept, mit dem Unternehmen und neuerdings auch private User Videos live streamen und ihren Freunden und Followern zur Verfügung stellen können. Periscope eignet sich beispielsweise für Veranstaltungen, Unternehmensstreams und Websessions zu Fachthemen.

 

Pinterest:

Auf Pinterest können Nutzer eigene virtuelle Pinnwände anlegen und diese mit Bildern füllen. Dazu können sie entweder bereits hochgeladene Bilder verwenden oder eigene Inhalte zur Verfügung stellen. Die Fotos und Inhalte sind meist mit Links hinterlegt: Stelle ich als User beispielsweise ein Bild eines Erdbeerkuchens ein, so gelange ich beim Klick aufs Bild zum entsprechenden Rezept. Alle Beiträge können außerdem kommentiert und geliked werden. Es gibt auch die Möglichkeit private Pinnwände anzulegen und diese nur für bestimmte Nutzer freizugeben.

Nutzerzahl weltweit: 100 Mio.

Nutzerzahl Deutschland: über 2 Mio.

Hauptzielgruppe: 16 – 34 Jährige (28%), mehr weibliche (80%) als männliche (20%) User

Weitere Infos: 45% der User befinden sich außerhalb der USA,

=> Pinterest ist ein soziales Netzwerk, in dem User sich über spezifische Interessen austauschen bzw. hierfür eigene Pinnwände anlegen. Das bietet mir als Unternehmen großes Potenzial mitzumischen und eigene Inhalte einzubringen, die sich rund um das erweiterte Themengebiet meiner Marke drehen. Lange Zeit war Pinterest sehr weiblich geprägt, allerdings nutzen mittlerweile auch immer mehr Männer die Plattform. Viele User verwenden den Social Media Kanal als eine Art „Suchmaschinen-Ersatz“, was Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen können.

Seit neuestem ermöglicht Pinterest gesponsorte Beiträge, was noch einmal ganz neue Möglichkeiten für Marken eröffnet.

 

Snapchat:

Snapchat ist eine App, mit der User Fotos und Videos versenden können, die sich nach maximal 10 Sekunden löschen. Tendenziell könnte man Snapchat auch als Instant Messenger bezeichnen, denn es geht im Prinzip hauptsächlich um den Austausch von Nachrichten.

Detailiertere Infos zu Snapchat und seinen Funktionen gibt es hier in unserem Blogartikel Snapchat: Hype oder Trend?

Nutzerzahl weltweit: 200 Mio.

Anteil mobile Nutzung: 100%

Tägliche Nutzer: 100 Mio.

Nutzerzahl Deutschland:

Hauptzielgruppe: 16 – 24 Jährige (52%), 25 – 34 Jährige (32%)

Weitere Infos: Rund 60 Mio. User nutzen täglich Snapchat Discovery

=> Snapchat ist momentan das Gesprächsthema Nummer 1 bei Marketeers. Ob Hype oder Trend – was man definitiv sagen kann ist, dass via Snapchat eine junge Zielgruppe erreicht werden kann, die anderen sozialen Netzwerken eher den Rücken zukehrt. Durch authentische Inhalte kann ich als Unternehmen den Usern so nah kommen wie sonst nirgendwo. Allerdings sind auch die Möglichkeiten der Erfolgsmessung hier noch nicht so ausgereift wie auf anderen Plattformen. Bei Snapchat geht es hauptsächlich um einen nahen Kontakt, Imagebildung & Kundenbindung statt um direkten Abverkauf.

 

Twitter:

Beim Kurznachrichtendienst Twitter können User Messages mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen absetzen. Durch die Verwendung von Hashtags (#) werden Beiträge kategorisiert und können unter den jeweiligen Hashtags wiedergefunden werden.

Nutzerzahl weltweit: 305 Mio.

Nutzerzahl Deutschland: 3-5 Mio.

Hauptzielgruppe: 25-44 Jährige (über 40%)

Weitere Infos: Beliebteste Twitter-Accounts weltweit (in der Reihenfolge): Katy Perry, Justin Bieber, Taylor Swift, Barack Obama, YouTube

=> Twitter ist bei der jungen Zielgruppe eher unbeliebt. Häufig wird der Kurznachrichtendienst von Fachleuten zu bestimmten Themen genutzt oder als eine Art Live-Ticker bei Sportveranstaltungen, TV-Sendungen und anderen Großevents eingesetzt. Unternehmen können den Dienst gut nutzen, um Unternehmensinfos, Pressemitteilungen oder sonstige News zu verbreiten. Durch die Verwendung von Hashtags können Zielgruppen angesprochen und Themenfelder bedient werden. Es ist auch möglich eigene Hashtagkampagnen zu kreieren.

Xing:

Xing fällt in die Kategorie „Soziales Netzwerk für Business-Zwecke“, denn hier geht es nicht um das private Vergnügen, sondern um berufliches Vernetzen. Neben einem eigenen Profil können Mitglieder außerdem Unternehmen, die mit eigenen Seiten vertreten sind, bewerten und auf ihrer Startseite Neuigkeiten (z.B. lesenswerte Artikel) empfehlen. Es gibt über die kostenlose Version hinaus eine kostenpflichtige Premium-Variante, die dem User einige Vorteile bringt, beispielsweise bei der Jobsuche.

Nutzerzahl D-A-CH: ca. 9,6 Mio.

Nutzerzahl Deutschland: 8,2 Mio.

Zahlende Nutzer D-A-CH.: ca. 855.000

Hauptzielgruppe: 31-40 Jährige (36%), 41-50 Jährige (27%)

Weitere Infos: Die am stärksten vertretene Branche ist IT/Finanzen/Handel (26%), mehr als 208.000 Unternehmensprofile vorhanden, 77% der Xing-Nutzer sind aktuell auf Jobsuche oder offen für Angebote

=> Das Pendant zum internationalen LinkedIn ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Die Zielgruppe hier ist ziemlich eindeutig: Berufstätige Personen im mittleren Alter. Besonders für das Recruiting in der D-A-CH Region bietet sich hier ein Unternehmensauftritt an. Zudem können Veranstaltungen und z.B. eigene Blogartikel stärker gepusht werden.

 

WhatsApp:

WhatsApp als Social Media Kanal zu bezeichnen wäre nicht ganz richtig, denn es ist eigentlich ein Messenger. Allerdings sollte er in dieser Auflistung dennoch nicht fehlen! Grund dafür sind zum einen die hohen (und auch weiter steigenden) Nutzerzahlen. Zum anderen gehört WhatsApp seit Ende 2014 zu Facebook, was es wieder zu einem „Teil“ einer Social Media Plattform macht.

Nutzerzahl weltweit: 1 Milliarde

Nutzerzahl Deutschland: 35 Mio.

Hauptzielgruppe: Im Prinzip zählt jeder zur Zielgruppe von WhatsApp, aber: Seit Ende 2015 gibt es in der EU eine Richtlinie, dass unter 16 Jährige die App nicht mehr herunterladen dürfen – außer es liegt ein Einverständnis der Eltern vor

=> Als WhatsApp 2014 von Facebook übernommen wurde, gab es heftige Diskussionen zum Thema Datenschutz. Trotz allem ist der Messenger weiterhin sehr erfolgreich und ist in Deutschland der am meisten genutzte Kanal. Insbesondere seitdem die „Richtlinie für Unternehmen“ aufgehoben wurde, bieten sich Marken einige Möglichkeiten, um mit seinen Konsumenten in den direkten Kontakt zu treten. Beispielsweise können kurze „Newsletter“ bzw. Statusupdates hierüber verschickt werden.

 

Meist genutzte Kanäle in Deutschland:

  1. WhatsApp (80%)
  2. Facebook (70%)
  3. Instagram (24%)

 

Fazit

Die junge Zielgruppe nutzt Instagram und Pinterest, eine etwas ältere Userschaft befindet sich auf Facebook. Möchte ich besonders junge Nutzer erreichen, sollte ich eher auf Snapchat präsent sein. Insgesamt ist außerdem zu erkennen, dass mobile Apps noch stärker an Bedeutung gewinnen – auch wenn genau dieser Punkt schon seit rund zwei Jahren gepredigt wird (wenn man sich aber die Nutzerstruktur ansieht, erkennt man: Es stimmt!).

Ob und in welcher Form ich als Unternehmen einen Social Media Kanal nutzen sollte, hängt darüber hinaus natürlich auch stark von meinen Produkten/Dienstleistungen, meiner Branche und natürlich meiner Zielgruppe ab, sodass es nicht „den einen“ Masterplan für eine erfolgreiche Social Media Strategie gibt.

 

Quellen:

ARD/ZDF Onlinestudie

Die Zeit

Smart Paper Help

Social Media Institute

Social Media Statistik

Statista

The Guardian

t3n

Xing
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