5 absolute Social Media Must Do’s & Best Practices

Fehler sind schnell gemacht – das gilt, wie in vielen Bereichen des Lebens, auch für das Thema Social Media. Letzte Woche haben wir vorgestellt, welche Fettnäpchen & Stolperfallen auf Unternehmen in der Social Media-Welt warten. Doch wie mache ich es richtig? Wir haben wichtige Tipps & Tricks sowie einige Best Case Beispiele für euch zusammengestellt.

KANALAUSWAHL

Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, Periscope, Snapchat, Pinterest und und und – die Auswahl der Social Media Kanäle ist groß. Doch muss ich als Unternehmen auch alle Plattformen bedienen? Diese Frage wird im Zuge der Diskussion um Digitalisierung und dem Eintritt von Unternehmen in die digitale Welt oft gestellt. Die Antwort ist im Prinzip ganz simpel: Nein.

Nein, ich muss nicht zwangsläufig alle Kanäle bedienen. Denn das ist, im Gegenteil, sogar ein ganz großer Fauxpas, der meine gesamte Social Media-Strategie gefährden könnte. Doch wie gehe ich stattdessen vor? Die Auswahl der richtigen Kanäle ist im Prinzip ganz einfach, denn auch hier gilt das Motto: Ich richte mich nach meiner Zielgruppe. Dort, wo sich meine Zielgruppe bewegt, sollte auch mein Unternehmen vorzufinden sein.

Daher ist es, wie bei allen anderen Kommunikationsinstrumenten & -strategien, auch hier besonders wichtig die eigene Zielgruppe zu kennen und identifizieren zu können. Dieser Aspekt hilft auch später, wenn ich als Unternehmen über die Pflege eines eigenen Kanals hinausgehen und gegebenenfalls Anzeigen auf den verschiedenen Plattformen schalten möchte.

Sobald ich mir über meine Zielgruppe also bewusst bin, hier hilft beispielsweise auch ein Blick auf die Konkurrenz, geht es an die Wahl des richtigen Kanals. Eine Recherche zu den einzelnen Plattformen ergibt anschließend, ob der Kanal für mich geeignet ist, oder nicht. Natürlich spielt auch der Inhalt eine wichtige Rolle. Möchte ich hauptsächlich aussagekräftige Bilder posten, dann sollte ich eher über einen Instagram nachdenken, statt mich auf Twitter zu bewegen. Do-It-Yourself-Anleitungen und kreative Projekte finden auf Pinterest ihren Platz und kurze, auf den Punkt gebrachte Informationen können bestens über Twitter verbreitet werden. Meine Zielgruppe ist eher jung und im Teenager-Alter? Hier könnte sich eventuell Snapchat als geeignetes Medium anbieten.

Eine detaillierte Übersicht über die gängigsten Plattformen und für welche Zielgruppe sie besonders geeignet sind, folgt bald in einem zukünftigen Blogbeitrag.

AUFBAU DES POSTS & INHALT

Viel Text & wenig Action? Diese Posts sieht niemand gern. Was wir aber sehr wohl gerne sehen sind spannende Videos, lustige Fotos oder interessante Stories. Grade in Zeiten von YouTube, Periscope und Facebook Mentions bzw. Facebook Live sind es die User gewohnt, von allen Seiten entertained zu werden. Dies kann für Unternehmen zwar zu einer Herausforderung werden, sich aber genauso gut auch als große Chance erweisen.

Hierfür gibt es einige Gelegenheiten als Unternehmen oder Marke auf interessante Weise mit seinen Usern in Kontakt zu treten: Aktuelle Anlässe & Sportereignisse, Feiertage, Blicke hinter die Kulissen – und natürlich Stories.

Storytelling zählte in den letzten Jahren zu einem der wohl meist gebrauchten Schlagworte der Kommunikation. Doch: Was auf den ersten Blick etwas abgedroschen klingt, ist der Schlüssel zum Erfolg. Unternehmen, die ihren Usern einen echten Mehrwert bieten, erzielen deutlich mehr Interaktion und Aufmerksamkeit als andere, die lediglich ihre eigenen Produkte promoten. Menschen lieben gute Geschichten – und genau diese muss ich als Marke meinen Konsumenten bieten. Posts, die eine Story beinhalten, sind es wert zu teilen und ich möchte sie an meine Freunde weitergeben.

Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist die Kampagne „Fußball im Herzen“ von Sky aus dem vergangenen Jahr – und das sage ich nicht nur als leidenschaftlicher Fußball- bzw. Schalke-Fan.

Der Clip ist Teil einer ganzen Kampagne, die neben einer Microsite auch weitere Nachfolge-Clips enthielt. Nach dem, sehr erfolgreichen, ersten Teil aus 2015, veröffentlichte Sky im Januar einen zweiten Teil.

Doch auch spontane Beiträge zu aktuellen Anlässen bieten einen hervorragenden Aufhänger für Social Media Aktivitäten eines Unternehmens. Die Beispiele unten (Fritzkola zur Sendung „Germany’s Next Topmodel“) und Sixt zur Absage der Rosenmontagsumzüge 2016) zeigen wie es geht:

 

Diese scheinbar spontanen Postings werden zwar auch tatsächlich kurzfristig erstellt, können aber in der Regel schon weitestgehend im Voraus vorbereitet werden. Feiertage und aktuelle Anlässe wie Karneval, Wahlen oder andere politische Großereignisse, Sportevents und Musikveranstaltungen stehen bereits einige Zeit vorher fest. Zwar weiss niemand was genau am Tag des Ereignisses tatsächlich geschehen wird, es können aber einige Szenarien vorab durchgespielt und entsprechende Beiträge vorbereitet werden.

Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Oscar-Verleihung. Ob Leonardo di Caprio tatsächlich zum ersten Mal einen Oscar gewinnen wird oder nicht, kann im Vorhinein natürlich niemand vorhersagen. Ein Unternehmen kann jedoch auf diesen Fall vorbereitet sein und, wenn diese Situation eintritt, dann „live“ dazu posten.

Natürlich können nicht alle Ereignisse oder mögliche Geschehnisse vorhergesehen werden. Hier muss ich als Unternehmen dann auch mal kreativ bzw. spontan werden. Beispielhaft hierzu ist ein Post von Oreo zum Super Bowl 2013, als ein großer Stromausfall das Ereignis zu einer unfreiwilligen Pause zwang.


Mittlerweile bieten zahlreiche Apps die Möglichkeit mithilfe von Live-Streaming und Videos den Usern einen Blick hinter die Kulissen meines Unternehmens zu gewähren. Ob Konferenzen, Videos vom Arbeitsalltag, Mitschnitte beim Foto-Shooting oder ein Rundgang durch die heiligen Unternehmenshallen: Live-Videos sind ein aktueller Trend, der höchstwahrscheinlich auch vorerst nicht mehr verschwindet. Unternehmen sollten dies als Chance nutzen, sich (potenziellen) Kunden authentisch zu zeigen und somit Sympathien zu gewinnen.


Mit interessantem Content, der zum Thema des Unternehmens passt, ohne sich auf Werbung zu konzentrieren, kann ich Konsumenten begeistern und liefere Beiträge, die meine User gerne teilen. Und dazu bleibe ich vor allem eins: authentisch!

INTERAKTION

Im letzten Blogbeitrag zu den 6 größten Social Media Sünden haben wir schon beschrieben, wie wichtig die Interaktion mit den Usern ist. Social Media bedeutet in den Dialog mit meinen (potentiellen) Kunden zu treten – und genau das sollte ich als Unternehmen auch beherzigen. Sprich: Mein Community Management muss funktionieren. Das beinhaltet neben der Offenheit für den Dialog auch auf Beschwerden, Kritik und Lob zu reagieren. Angemessene Antworten innerhalb einer möglichst zügigen Reaktionszeit zeigen Usern, dass sie und ihr Anliegen ernst genommen werden.

Die Facebook-Accounts sowohl von REWE Karriere als auch von Ritter Sport zeigen in dieser Hinsicht, wie es funktionieren kann:

REWE

 

Ritter Sport

Aber nicht nur Antworten auf Kunden-Postings gehören zum Aspekt der Interaktion. Beiträge, die interessante Inhalte thematisieren, wirken auf die User attraktiver und erzeugen so mehr Interaktion ihrerseits (Likes, Retweets, Teilen, …). Ich kann als Unternehmen hier jedoch auch etwas nachhelfen, indem ich beispielsweise Fragen stelle. Dies geht zum einen ganz normal im Tetxbereich meines Posts, oder auch in Form einer „Fragenstellung“. Diese Möglichkeit gibt es zum Beispiel bei Facebook oder Twitter. So kann auch auf simple Weise meine Kunden mit einbeziehen und mir zudem Feedback zu bestimmten Themenbereichen einholen.

PFLEGE

Stell dir vor, du suchst nach der Facebookseite eines Unternehmens und siehst, dass der letzte Beitrag bereits ein Jahr alt ist. Was ruft das in dir hervor? Veraltet, unaktuell, nichts zu sagen haben, langweilig – das sind nur einige Stichworte, die mir persönlich dann in den Kopf schießen.

Ein Unternehmen, das sich dafür entschließt den Social Media-Dschungel zu betreten, sollte auch eine ausgereifte Strategie entwickelt haben und nicht nach zwei Postings das Projekt wieder auf den Mond schießen. Die Kanäle müssen regelmäßig gepflegt werden, sonst geht das Ganze schnell nach hinten los. Aller Anfang ist natürlich schwer, keine Frage! Doch mit einigen Tricks gelingt es, den Social Media-Auftritt stringent in die Unternehmenskommunikation einzufügen.

Zu Beginn ist es sinnvoll, eine Social Media Guideline anzulegen. Diese beinhaltet beispielsweise diese Aspekte:

  • Ansprache (duzen / siezen)
  • Auswahl der Plattformen
  • Redaktionsplan (Häufigkeit & Zeiten der Posts)
  • Art der Inhalte
  • Zuständigkeiten innerhalb des Unternehmens / Teams
  • Entscheidungsbefugnis (für schnelle Antworten)
  • Ziel der Social Media Auftritte

Einige gute Hinweise zur Erstellung einer Social Media Guideline findet ihr hier.

Welcher Aspekt ebenfalls zur Pflege zählt, ist die richtige Anwendung von Grafiken. Jeder Kanal setzt andere Maßstäbe voraus, daher ist es für eine optimale User Experience und die perfekte Darstellung von großer Wichtigkeit, diese Maßstäbe zu kennen. Da sich die Bildgrößen häufig ändern, lohnen sich diesbezüglich regelmäßige Recherchen. Hier findet ihr eine übersichtliche Infografik zu den aktuellen Bildgrößen 2016.

MONITORING & DATEN

Eine richtige Verwendung der gesammelten Daten und Informationen hilft dabei, die Social Media Performance zu optimieren. Es ist wichtig, das generierte Engagement auf die Zielvorgaben zu überprüfen. Zudem kann ich mithilfe der Daten beispielsweise meine Zielgruppe genauer analysieren, Inhalte verbessern, Themenbereiche ausweiten oder E-Mail-Listen anlegen. Bevorzugte Online-Zeiten ebenso wie Interaktionsraten und Linkklicks sollten untersucht werden.

Für die Analyse und das Monitoring meiner Social Media Aktivitäten gibt es unzählige Tools, die dabei helfen den Überblick zu behalten. Neben den Angeboten der Plattform selber (z.B. Twitter Analytics) gibt es hierfür sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Möglichkeiten. Hierzu berichten wir in einem späteren Blogbeitrag mehr und testen einige dieser Tools.

 

Fazit: Social Media bietet eine breite Plattform für Unternehmen, um mit Konsumenten in Kontakt zu treten – der Dialog darf hierbei keineswegs gescheut werden. Authentizität, spannende Inhalte und themenrelevante Beiträge sind hierbei das A und O. Mithilfe der richtigen Planung und Strategie stellt Social Media eine große Chance dar, die leider bisher von vielen Unternehmen noch ungenutzt bleibt. Um das volle Potenzial ausschöpfen zu können, müssen einige Richtlinien befolgt werden – dann allerdings kann ich große Erfolge erzielen.

 

Photos courtesy of and copyright Free Range Stock, www.freerangestock.com

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